5 Fragen zur dauerhaften Einnahme der Pille

Wie viel Sinn macht es, die Antibabypille abzusetzen? (Bildquelle: © Matthias Enter – Fotolia.com)
Die meisten jungen Mädchen, die kurz davorstehen, ihre ersten sexuellen Erfahrungen zu machen, fordern von ihren Eltern die Antibabypille. Das ist auch sinnvoll, da es sich hierbei um eines der sichersten Verhütungsmittel überhaupt handelt. Außerdem minimiert die Pille die Nebenwirkungen der Menstruation und reguliert diese. Auch Akne lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen mit der Antibabypille behandeln.
In den letzten Jahren hat die Bevölkerung allerdings ein gewisses Gesundheitsbewusstsein entwickelt, weshalb die Ernährung mehr und mehr hinterfragt wird. Ist es beispielsweise gesund, wenn man täglich Fleisch isst? Sollte man vielleicht lieber zu Bio- statt zu normalem Gemüse greifen?
Dieses Gesundheitsbewusstsein spiegelt sich auch bei der Einnahme der Pille wieder. Viele Frauen fragen sich, ob es gut ist, wenn sie ihrem Körper tagtäglich künstliche Hormone zuführen, die den gesamten Organismus beeinflussen können. Wir haben die fünf häufigsten Fragen für Sie gesammelt und beantwortet.
Kann man die Antibabypille das gesamte Leben über einnehmen?
Die
Antibabypille beinhaltet mittlerweile nur noch so geringe Hormondosen, dass es zu keinen bemerkenswerten Nebenwirkungen kommen sollte. Der Körper gewöhnt sich an die künstlichen Hormone, sodass es theoretisch möglich ist, die Pille bis zu den Wechseljahren einzunehmen. Es gibt bisher keine Studie, die die Schädlichkeit einer dauerhaften Einnahme bestätigt hat.
Experten raten Frauen, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben, allerdings eher zur Spirale. Dieses Verhütungsmittel wird einmal eingesetzt – danach ist erst einmal für einige Zeit Ruhe. Man muss nicht mehr täglich an die Pille denken und auch das Thromboserisiko wird nicht beeinflusst, da die Spirale noch geringere Hormondosen beinhaltet. Das ist so, weil die Wirkstoffe direkt in die Blutbahn gelangen und sich nicht erst durch den Verdauungstrakt kämpfen müssen. Bevor man Kinder zur Welt gebracht hat, kann die Spirale allerdings zu Nebenwirkungen in Form von Schmerzen führen. In diesem Fall wird immer noch die Pille empfohlen.
Kann die Pille zu Unfruchtbarkeit führen?
Manche Frauen befürchten, dass die unfruchtbar werden, wenn sie die Antibabypille über viele Jahre hinweg ohne Pause einnehmen. Auch hierfür gibt es bis jetzt keine konkreten Anhaltspunkte. Wenn die Frau nach der Absetzung der Pille nicht direkt schwanger wird, dann muss sich das Hormonsystem erst einmal wieder einpendeln, bevor eine Schwangerschaft möglich ist. Hier ist Geduld gefragt. Wenn man nach langer Zeit immer noch nicht schwanger wird, dann sollte man unbedingt einen Frauenarzt aufsuchen. Dennoch wird die Pille mit nahezu 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht der Auslöser für die Unfruchtbarkeit gewesen sein.
Verschwinden nach dem Absetzen die positiven Effekte der Pille?
Antibabypillen wie
Valette oder
Belara enthalten neben einem Gestagen auch das weibliche Sexualhormon Östrogen. Dieses künstliche Östrogen sorgt dafür, dass der Anteil des männlichen Sexualhormons Testosteron im weiblichen Körper gesenkt wird. Das macht Sinn, da eine erhöhte Testosteronkonzentration im Organismus der Frau zu Akne führen kann. Aus diesem Grund sorgt die Pille für reinere Haut – allerdings nur, wenn es keine Minipille ist, die lediglich ein Gestagen beinhaltet.
Außerdem sorgen viele Antibabypillen dafür, dass die Menstruation regelmäßiger und schmerzfreier abläuft.
Diese positiven Nebenwirkungen der Pille werden mit der Absetzung gleichzeitig aufgehoben. Sie sind nur temporär. Nach der Absetzung wird der Körper wieder in den Urzustand versetzt, in dem er sich vor der Einnahme der Pille bereits befand.
Sollte man gelegentliche Pillenpausen einlegen?
Es ist noch gar nicht so lange her, da haben Experten empfohlen, die Antibabypille jedes Jahr für ungefähr einen Monat abzusetzen. Davon raten dieselben Experten heutzutage allerdings aufgrund neuester Erkenntnisse ab. Das allseits diskutierte Thromboserisiko ist nämlich im Laufe der ersten Wochen der Einnahme am höchsten. Nach einigen Monaten sinkt es auf ein deutlich niedrigeres Niveau. Wenn man nun Pillenpausen einlegt, entsteht immer wieder ein erhöhtes Risiko, eine Thrombose zu erleiden. Außerdem fallen die positiven Nebenwirkungen der Pille weg, wie wir im Abschnitt zuvor festgestellt haben.
Sollte man aufgrund des Thromboserisikos auf die Pille verzichten?
Das Thromboserisiko erhöht sich tatsächlich durch die Antibabypille – allerdings nur in einem sehr geringen Maße. Die positiven Aspekte überwiegen also, weshalb man sich fast immer für die Antibabypille entscheiden sollte. Wir sagen „
fast immer„, da man nicht zu einer entsprechenden Risikogruppe gehören sollte. Darunter fallen Raucherinnen, übergewichtige Frauen oder solche Frauen, die die Pille zum ersten Mal in einem Alter von über 30 Jahren einnehmen.
Zusammenfassung: Lohnt sich die Absetzung der Antibabypille?
- Man kann die Antibabypille dauerhaft und ohne Folgeschäden nutzen.
- Die Antibabypille führt keinesfalls zu Unfruchtbarkeit.
- Die positiven Nebenwirkungen der Pille verschwinden mit der Absetzung.
- Pillenpausen machen keinen Sinn und können sogar gefährlich sein.
- Das Thromboserisiko ist nur dann relevant, wenn man zu einer Risikogruppe gehört.